Ulrike Theine - 

Farbspiel


Ulrike Theine

 

Beruflich in Werbeagenturen, in der Freizeit am Schauspielhaus und bei verschiedenen
Filmproduktionen, hat die Düsseldorferin Ulrike Theine über Jahre immer wieder
eines erfahren: wie auf Hochglanzfotos für Werbekampagnen, auf Zelluloid für Kino oder
Fernsehen und auf der Bühne für den Theaterbesucher Dinge in Szene gesetzt oder ins
gewünschte Licht gerückt werden. Als Künstlerin heute selbstständig, verfolgt
Ulrike Theine in ihrer Fotografie den entgegengesetzten Ansatz.

 

Sie illustriert mit ihren Bildern die Geschichte hinter dem Bild. Soll aber ein Foto die Ideen
illustrieren, nach denen das abgebildete Objekt entstand, kann es mitunter geradezu widersinnig sein,
Künstliches „natürlich“ soll heißen: „realistisch“ zu fotografieren.

 

Mit ihrer illustrativ‐expressionistischen Formsprache präsentiert Ulrike Theine deshalb
beispielsweise den Düsseldorfer Medienhafen weder als zu Werbezwecken manipuliertes
Postkartenidyll noch als nach Street‐View‐Maßstäben realistischen Stadtplanauszug.
Die Künstlerin legt Zeichenstift und Zeichenblock – mit denen sie ebenfalls hervorragend
umzugehen weiß – beiseite, um den Entstehungsprozess des abgelichteten Objektes
nachzuzeichnen – mit Kamera und Computer.

 

So kann die Fotografin auch politisch sein, ohne ihre Kritik auf jene „realistischen“
Fotos zu stützen, die sich bei genauerer Betrachtung nahezu regelmäßig als
mehr oder weniger inszeniert erweisen.

 

text: Thomas Mertens